"Killing Lessons" von Saul Black

Seit drei Jahren werden im Westen der USA Frauen verschleppt, vergewaltigt, verstümmelt und ermordet. Und als wäre das nicht schon grausam genug, hinterlassen ihre Peiniger auch noch merkwürdige Gegenstände in ihren Körpern. Mal ist es eine bunte Keramikgans, die in der ausgeräumten Bauchhöhle eines der Opfer steckt, ein anders Mal ein unaufgeblasener Luftballon, der die Kehle einer der Frauen verstopft. Nun hat es mit Rowena Cooper die Mutter zweier halbwüchsiger Kinder erwischt, die vor ihrem gewaltsamen Tod im eigenen Haus nur noch dafür sorgen kann, dass ihre zehnjährige Tochter Nell die Flucht durch den Wald antritt. Doch auch sie befindet sich nicht in Sicherheit. Denn während Detective Valerie Hart vom San Francisco Police Department fieberhaft versucht, die beiden Mörder zu fassen, befinden diese sich schon auf dem Weg, um die einzige Zeugin ihrer brutal verübten Tat zu finden.

„Killing Lessons“ Ist ein spannender und beklemmender Thriller, der schonungslos über das Martyrium seiner Opfer erzählt und über den Kampf der Ermittler, zwei äußerst brutale Mörder zu stellen. Aber nicht nur sie und ihre Taten stehen im Mittelpunkt des sehr eindringlich geschilderten Geschehens. Auch ein kleines Mädchen und ein körperlich schwer angeschlagener Autor sorgen mit ihren oftmals hilflos erscheinenden Bemühungen dafür, den dramatischen Handlungsverlauf auf die Spitze zu treiben. Ein Buch, das neben einigen Wendungen und einem unvorhersehbaren Ende auch seinen Figuren ausreichend Spielraum lässt. So lernt der Leser trotz der tragischen Ereignisse neben der mit dem Fall beauftragten Ermittlerin Valerie Hart auch den im Wald lebenden Autor oder die kleine Nell besser kennen und versteht plötzlich, warum sie manchmal gut durchdacht und dann wiederum völlig unsinnig agieren.

Die Handlung selbst wird aus verschiedenen Sichtweisen heraus erzählt. So kommen zum einen die beiden Täter zu Wort, die sich erstaunlich uneinig sind und doch lange Zeit unerkannt ihre grausamen Taten begehen. Zum anderen nehmen die Ermittlungen und mit ihnen Detective Valerie Hart und ihr Team einen großen Teil des Geschehens ein und ihre bis an körperliche Grenzen gehenden Bemühungen, die psychopathischen Killer zu fassen. Und dann wiederum wird es etwas ruhiger und nachdrücklicher, wenn der Blickwinkel auf Nell und Angelo fällt, die trotz großer Unterlegenheit den Kampf um ihr Leben bestreiten. Das alles wird in einer Art und Weise erzählt, die zwar nicht durchgängig rasant in Erscheinung tritt, dafür aber unheimlich fesselt.

Fazit:
„Killing Lessons“ ist ein gut durchdachter Thriller, der zwar im ersten Moment sehr actionlastig erscheint, später aber seine bewegende und ergreifende Geschichte offenbart. Allerdings ist dieses Buch für zartbesaitete Leser nicht geeignet, da die Schilderung der Taten schonungslos brutal erfolgt.

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