"Britt-Marie war hier" von Fredrik Backman


Eine ordentliche Portion Natron, eine gut gewienerte Wohnung und Menschen, die ihre Bemühungen zu schätzen wissen. Das ist alles, was Britt-Marie braucht und wurde nur selten enttäuscht. Außer vielleicht, dass ihr Ehemann Kent nie sagt, dass das Essen schmeckt oder sie die Wohnung wunderbar sauber hält. Ein eintöniges Dasein, das sich plötzlich ändert, als Kent eine Affäre hat und Britt-Marie die gemeinsame Wohnung verlässt. Auf der Suche nach einem Job lernt sie nicht nur eine ambitionierte Beamtin kennen, sondern landet auch noch in einem kleinen schwedischen Ort, wo die Begeisterung für Fußball eine ganz besondere Rolle spielt. Allerdings nicht bei Britt-Marie, die dieser Beschäftigung nichts abgewinnen kann und doch befindet sie sich bald mitten in einem Turnier und in einem Leben, das noch einmal beginnt.

„Britt-Marie“ ist die Geschichte einer Frau, die nach 40 Jahren Ehe einsehen muss, dass es mehr gibt, als die Wohnung zu putzen und Wäsche zu waschen. Dabei fühlt sie sich nur wohl, wenn alles blitzblank sauber ist und ihre mit Tinte geführte Liste akribisch abgearbeitet wird. Dass ihre Gefühle auf der Strecke geblieben sind, merkt sie erst, als sie einer Schar von Fußball spielenden Kindern gegenübersteht und die Höhen und Tiefen des Lebens zu spüren bekommt. Das allerdings mit voller Wucht. Von Fredrik Bakman mit einer ordentlichen Portion Humor, mit vielen Emotionen und der Sicht für die kleinen Dinge des Lebens erzählt, verfolgt der Leser die Entwicklung einer pedantischen und nervtötenden Meckerziege zu einer warmherzigen und aufmerksamen Frau. Aber nicht nur Britt-Marie zeigt, dass sich Menschen durch ungewohnte Umstände und kleine Erfolge ändern können. Auch die sehbeeinträchtigte Banks oder der schüchterne Ben beweisen, dass es gut tut, am Leben anderer teilzuhaben.

Fazit:
Ein Buch, das viel Spaß bereitet und ordentlich nahe geht.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen