"Die sieben Farben des Blutes" von Uwe Wilhelm

Die Berliner Wirtschaftssenatorin Ursula Reuben wird während einer nächtlichen Joggingtour durch das gut situierte Zehlendorf entführt und auf perfide Art und Weise umgebracht. Ein Mord, der an Dionysos denken lässt. Einem Killer, der bereits ein Jahr zuvor drei Frauen bestialisch ermordet hat. Mit dem Ziel, die natürliche Ordnung wieder herzustellen, sieht er sich als höheres Wesen, das durch die Heilung von sieben Huren gegen den kulturellen Niedergang ankämpfen wird. Aber nicht nur er sieht sich in der Pflicht, die Menschheit vor Unheil zu bewahren. Auch die Staatsanwältin Helena Faber besitzt diesen Anspruch an sich und beginnt gemeinsam mit der Berliner Polizei Dionysos zu jagen. Dabei merkt sie nicht, dass auch sie in das Visier des Psychopathen gerät, der sie ebenfalls "heilen" will.

"Die sieben Farben des Blutes" ist ein Thriller, der am Besten in einem Rutsch gelesen werden sollte. Denn eine Pause einzulegen, fällt vor allem durch die rasant angelegte Handlung schwer. Dabei gibt sich der Autor Uwe Wilhelm nicht einmal viel Mühe, die Identität seines Killers geheim zu halten, sondern streut immer wieder Hinweise zu dessen Person ein. Doch nur der Verdacht, zu glauben, wer er ist, reicht nicht aus, um den Leser zufriedenzustellen. Er muss wissen, wer unter dem Namen einer griechischen Gottheit Morde begeht und warum.

Doch nicht nur das turbulente und ereignisreiche Geschehen sorgt dafür, dass eine regelrechte Sogwirkung entsteht. Auch der Schreibstil des Autors, der unheimlich lebendig in Erscheinung tritt und mit detailreichen Schilderungen angereichert ist, trägt dazu bei, dass die Handlung wie ein Film im Kopf des Lesers entsteht. So taucht er zum einen als nicht sichtbares Familienmitglied in das tumultartige Privatleben einer geschiedenen Staatsanwältin ein oder ist zum anderen wie ein faszinierter Student mit dabei, wenn ein charismatischer Anthropologieprofessor seine umstrittenen Vorlesungen hält. Kein Wunder. Denn bei Uwe Wilhelm hat es der Leser mit einem versierten Drehbuchautor zu tun, der ab und an als Produzent tätig ist und darüber hinaus Theaterstücke, Romane und Sachbücher schreibt. 

Fazit:
"Die sieben Farben des Blutes" überzeugt als erster Band einer Trilogie um die Berliner Staatsanwältin Helena Faber mit einem spannenden, außergewöhnlichen und vielschichtigen Fall. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen