"Ich bin der Zorn" von Ethan Cross


In einem Gefängnis in Arizona erschießt ein Wärter mehrere Menschen und jagt danach einen Wachturm in die Luft. Ein Anschlag, der zunächst planlos erscheint, sich später aber als besonders ausgeklügelt entpuppt. Denn kaum haben Special Agent Marcus Williams und sein Team die Ermittlungen übernommen, stellt sich heraus, dass der Wärter von einem Killer namens Judas erpresst worden ist. Noch bevor sie ihn befragen können, ist er aber tot und den Bundesermittlern bleibt nur eine Chance. Sie müssen einen Undercoverhäftling in das Gefängnis schleusen, der den Straftätern dort gewachsen ist. Nur einer kommt dafür infrage, der die Aufgabe auch bewältigen kann und das ist ausgerechnet Williams Bruder, der ein gefährlicher Serienkiller ist.

„Ich bin der Zorn“ ist der vierte Fall, in dem das Team der Shepherd Organization ermittelt. Eine Spezialeinheit, die sich um besonders grausame Fälle kümmert und deren Leiter Special Agent Marcus Williams ist. Williams, der selbst aus einer Killerfamilie stammt, setzt seine enormen Fähigkeiten mit vollem Einsatz für die Ergreifung von Serienkillern ein, wirkt aber streckenweise schon ziemlich ausgebrannt. Kein Wunder, waren doch die vorangegangenen Fälle, in denen er erst seinen Bruder und dann auch noch seine Vater jagen musste, sehr persönlich. Nun aber hat sich das Verhältnis zu seinem Bruder zum Guten gewandt und er konnte ihm das Versprechen abringen, nicht mehr zu töten. Eine faszinierende Figur, die trotz dem Bösen, das unwiderruflich in ihr steckt, streckenweise sympathisch erscheint. Aber warum soll ein Psychopath nicht anziehend wirken? Schließlich ist es sein Ziel, Menschen zu täuschen, um sie dann für seine Zwecke zu missbrauchen.

Vollgepackt mit actionreichen Szenen, mit überraschenden Wendungen und mit vielen Killern präsentiert sich der vierte Fall, dessen Vorgänger zunächst gelesen werden sollten. Denn gerade bezüglich der handelnden Hauptfiguren, der privaten Hintergründe und der verhängnisvollen Verstrickungen bauen die Fälle aufeinander auf und ergeben ein ineinandergreifendes Gesamtpaket, das nur als Ganzes in allen seinen Facetten durchdrungen werden kann.

Fazit:
„Ich bin der Zorn“ ist ein rasanter und vielschichtiger Thriller, in dem nicht nur die Figuren geschickten Manipulationen ausgesetzt sind, sondern auch seine Leser. Eine Lektüre, die unheimlich fesselt und nur schwer unterbrochen werden kann.

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