"Murder Park" von Jonas Winner

Im Jahr 1997 wurde an der amerikanischen Ostküste der beliebte Freizeitpark Zodiac Island geschlossen, weil dort ein Mörder sein Unwesen trieb. Inzwischen nun gibt es für die Wiedereröffnung ein neues Konzept, das die morbide Faszination, die ein Serienkiller hinterlässt, zum Thema machen will. Ein Spiel mit die Angst, die jede Menge Nervenkitzel beschert und volle Kassen sichern soll. Doch bevor der sogenannte Murder Park einem breiten Publikum zur Verfügung steht, reisen zunächst einmal ausgewählte Journalisten, Berater und Experten an, die sich unter der Leitung des neuen Betreibers Robert Levin einen ersten Eindruck verschaffen sollen. 

"Murder Park" ist ein rasanter Thriller, in dem ganz nach Agatha Christie Manier, eine Menschengruppe von der Außenwelt abgeschnitten wird, während ein Mörder unter ihnen weilt. Allerdings wird hier die ausweglose Situation als ein Spiel propagiert, bei dem schon bald keiner mehr weiß, was Fiktion und was Wahrheit ist. Ein Plot, der sehr spannend in Erscheinung tritt und es versteht, den Hörer von Beginn an in seinen Bann zu ziehen. So wird er zum einen Zeuge, wie ein Psychiater Gespräche mit den Teilnehmern führt und ihnen dabei traumatische Erlebnisse von Zodiac Island entlockt. Zum anderen erlebt er hautnah mit, was an dem verhängnisvollen Wochenende auf der Vergnügungsinsel geschieht, wo ein Unbekannter sein mörderisches Spiel mit den Besuchern treibt. Dass alle diese Dinge in einem Zusammenhang stehen, merkt der Hörer schnell, doch wer und was dahintersteckt, bleibt bis zum Schluss geheim.

Gelesen wird der in einem Freizeitpark inszenierte Horrortrip gleich von mehreren Sprechern, die es wunderbar verstehen den handelnden Figuren einen unvergleichlichen Ausdruck zu verleihen und sie voneinander abzugrenzen. Deshalb fällt es leicht, stets zu wissen, welche Figur gerade in Bedrängnis gerät und voller Panik mit zitternder Stimme spricht oder lautstark seine Wut zum Ausdruck bringt. Ein verwirrendes Spiel, dass durch den Einsatz verschiedener Stimmen unheimlich authentisch wird und eine Atmosphäre entfacht, die den Hörer das Grauen förmlich spüren lässt.

Fazit:
Ein gelungenes Spiel mit der Angst, das Jonas Winner geschickt auf den Höhepunkt treibt und damit nicht nur die Nerven der Inselbesucher bis zum Zerreißen spannt, sondern auch die seiner Hörer.

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