"Beim Leben meiner Tochter" von Michel Bussi

Ein Urlaub, wie er schöner nicht sein kann. Eine paradiesische Insel, herrlicher Sonnenschein, meterhohe Palmen und unendliches Meer. Doch das Böse scheint nur darauf zu lauern, Besitz von der Idylle zu ergreifen. Denn kaum haben sich Liane und Matial Bellion mit ihrer sechsjähriger Tochter Josapha ein wenig erholt, verschwindet Liane spurlos und Martial wird verdächtig, ihr etwas angetan zu haben. Um einer Festnahme zu entkommen, begibt sich Martial gemeinsam mit seiner Tochter auf die Flucht, und während er jede noch so kleine Chance ergreift, um unterzutauchen, geht Josepha durch die Hölle.

„Beim Leben meiner Tochter“ ist ein rasanter Roman, der seine Spannung zum einen aus der Frage zieht, was mit der französischen Touristin Liane wirklich geschehen ist, zum anderen aus einer atemlosen Jagd, bei der niemand weiß, wie sie ausgehen wird. Dabei spielt Michel Bussi gekonnt mit den Gefühlen seiner Leser, die hin und hergerissen von den nicht zu durchschauenden Ereignissen und den nur schwer einzuordnenden Verhalten der in ihm agierenden Figuren sind. Vor allem Martial, der im ersten Moment noch angenehm und glaubwürdig erscheint, verliert schnell die Sympathie, weil er seiner erst sechsjährigen Tochter Situationen aussetzt, die ein Kind in ihrem Alter einfach nicht durchleben sollte.

Erzählt wird die Geschichte einer perfiden Rache aus unterschiedlichen Sichten heraus. So kommt neben Martial und den Ermittlern auch seine Tochter Josepha zu Wort, wobei diese die Einzige ist, die als Icherzähler fungiert. Eine geschickte Wahl, die allerdings ein nicht zu unterschätzendes Manko besitzt. Denn die Gedanken des Mädchens zu dem turbulenten Geschehen sind oftmals viel zu reif für eine Sechsjährige und verlieren somit an einigen Stellen ihre Glaubwürdigkeit. Doch sieht man von diesem Lapsus einmal ab, präsentiert sich der Roman als gelungener Pageturner.

Fazit:
Eine spannende Jagd, eine große Palette an Gefühlen und ein undurchsichtiger Fall vereinen sich in „Beim Leben meiner Tochter“ zu einem dramatischen Roman, der erst zur Seite gelegt werden kann, wenn der Drahtzieher eines frevlerischen Komplotts gefunden ist.  Auf jeden Fall lesenswert.

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