"Post Mortem. Tränen aus Blut" von Mark Roderick

In einem Frankfurter Hotel wird die Leiche eines Mannes gefunden, der erschossen worden ist. Ein undurchsichtiger Fall, den die Interpol Agentin Emilia Ness übernimmt, die aufgrund eines laufenden Gerichtsprozesses bereits in der Rhein-Main-Metropole weilt und für die der Tote eine Nachricht hinterlassen hat. Doch wer er ist, das weiß Emilia erst einmal nicht.
Zur gleichen Zeit befindet sich der Profikiller Avram Kuyper auf dem Weg nach Oberaiching, wo sein Bruder Goran mit seiner Frau Nadja und den gemeinsamen Kindern auf dem Familienanwesen der Eltern lebt. Eine Nachricht auf seinem Anrufbeantworter hat ihn aufgeschreckt, in der sein Bruder ihn darum bittet nach Hause zu kommen, um sich an denen zu rächen, die sie getötet haben. Und tatsächlich ist der Hof der Familie leer und nur eine Blutspur im Stall zeugt davon, dass hier etwas Schreckliches geschehen ist.

„Post Mortem: Tränen aus Blut“ ist der erste Teil eines Thriller-Duos von Mark Roderick, in dem es um die Jagd nach einem perfiden Mörder geht, der über ein mächtiges kriminelles Netzwerk verfügt. Ein Pageturner, der den Leser nur so durch das Geschehen treibt, ihn mit brutalen Szenen und ausufernden Ängsten konfrontiert und mit einem Ermittlerpaar, das nicht gerade feinfühlig ist. Denn die Interpol-Agentin Emilia Kess und der Profikiller Avram Kuyper haben schon Einiges in ihrer beruflichen Laufbahn erlebt und wissen routiniert mit den Erscheinungsformen brutaler Verbrechen umzugehen. Doch auch sie haben eine feinfühlige Seite, die sich genau dann offenbart, wenn es um ihre Familien geht.

Erzählt wird die hochspannende Geschichte aus verschiedenen Perspektiven heraus, die in jedem Kapitel wechseln und an ihrem Ende mit Cliffhangern versehen sind. Deshalb fällt es unheimlich schwer, das Buch nur für einen Moment aus der Hand zu legen, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Ein gut zu lesender und flüssiger Schreibstil tut sein Übrigen, den Leser an das Buch zu fesseln und ihn erst dann aufatmen zu lassen, wenn die Jagd beendet ist. Denn obwohl „Tränen aus Blut“ der erste Teil eines Zweiteilers ist, ist die Handlung in ihm völlig abgeschlossen.

Fazit:
Ein Psychothriller, der tief in menschliche Abgründe blicken lässt und unheimlich spannend in Erscheinung tritt.

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