"Wer war Alice" von T. R. Richmond

Die 25-jährige Journalistin Alice Salmon wird in der Nähe einer Brücke tot im Wasser aufgefunden. Ein Unfall glauben die einen, Selbstmord meinen die anderen und die Polizei untersucht sogar, ob jemand Alice vorsätzlich getötet hat. Ein tragischer Vorfall, der sich in Windeseile in den sozialen Netzwerken verbreitet und für jede Menge Spekulationen sorgt. Und während ihre Familie trauert und ihre Freunde fassungslos sind, macht sich ein ehemaliger Professor von Alice daran, die Vorfälle in der Unglücksnacht aufzurollen. Doch warum stöbert Jeremy Coke in Alice Leben herum und was haben Alice engsten Freund Luke und Ben mit allem zu tun?

„Wer war Alice?“ ist ein feinfühliger und stellenweise verwirrender Roman, der in vielfältiger Weise und mit spürbarer Entschiedenheit der Frage nachgeht, wer eigentlich Alice Salmon war und warum sie sterben musste. Aus der Sicht verschiedener Personen heraus wird ihr Leben noch einmal durchleuchtet und von ihren Träumen und Wünschen, von Höhepunkten und Tiefschlägen, von Besonderheiten und Schwächen erzählt. Dabei wechseln sich E-Mail-Nachrichten, Briefe und Tagebucheinträge mit Chatnachrichten, SMS und Interviews ab und präsentieren neben aufschlussreichen Bruchstücken aus ihrer Vergangenheit auch die Eindrücke und Meinungen, die andere Menschen von ihr haben sowie deren Gefühle für sie. Ein Wust an Informationen, aus denen ganz allmählich ein Bild entsteht, das die wahre Alice zeigt. Gleichzeitig werden aber auch die folgenschweren Ereignisse in der Unglücksnacht aufgerollt und mit ihnen die Schuldigen an den Pranger gestellt.

Fazit:
Ein ungewöhnlicher Roman, der erschreckend realistisch in Erscheinung tritt und eher bewegt, als mitreißt.



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