"The Other Girl - Du kannst niemals ganz entkommen" von Maggie Mitchell

Die mäßig erfolgreiche Schauspielerin Chloe Savage soll die Rolle einer Ermittlerin spielen, die das Entführungsdrama um zwei 12-jährige Mädchen erfolgreichen aufklären kann. Doch kaum hat Chloe die ersten Zeilen des Drehbuches gelesen, merkt sie, dass es ihre eigene beschissene Geschichte ist, die hier verfilmt werden soll.
Zur gleichen Zeit wir die Anglistikdozentin Lois Lonsdale von einem Studenten mit dem gut gehüteten Geheimnis ihrer Vergangenheit erpresst. Denn im zarten Alter von 12 Jahren wurde sie zusammen mit einem anderen Mädchen entführt und hat ihre tragischen Erlebnisse unter einem Pseudonym als Thriller herausgebracht.
Zwei Frauen, deren Schicksal eng verbunden ist und die nun, nach fast 18 Jahren erneut mit vergangenem Unrecht zu kämpfen haben.

„The other Girl – Du kannst niemals ganz entkommen“ ist Roman, der amerikanischen Autorin Maggie Mitchell, die den Leser tief in die Gefühlswelt zweier gepeinigter Frauen blicken lässt. Von ihnen in der Ich-Form erzählt, erhält der Leser aus erster Hand ein vollständiges Bild der Ereignisse, die sich achtzehn Jahre zuvor in einer abgelegenen Waldhütte zugetragen haben, und taucht gleichzeitig in ihr Leben nach der schicksalhaften Entführung ein. Ein Plot, der auf einer interessanten Idee beruht und hohe Erwartungen beim Leser weckt. Doch leider versteht es Maggie Mitchell das Potenzial, das in der Geschichte steckt, nicht ausreichend zu nutzen. Zu zäh präsentiert sich der Handlungsverlauf, der vorwiegend auf der Schilderung von Ereignissen und Gedanken der beiden Frauen beruht, zu unnahbar bleiben die Figuren. Und auch die Bedrohung durch den Studenten, der die Anglistikdozentin Lois Lonsdale mit ihrer Vergangenheit erpresst, verpufft im Einerlei des Geschehens ohne die Handlung richtig aufzumischen.

Fazit:
Wer ein Blick in das schicksalhafte Leben zweier im Kindesalter entführter Frauen und die schrittweise Aufarbeitung ihres Traumas wagen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Der Leser aber, der auf einen ausgeklügelten Psychothriller hofft, sollte sich nach anderer Lektüre umschauen.

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