"Was du nicht siehst" von Leonie Haubrich


Nach einer traumatischen Kindheit und der Trennung von ihrem Ehemann ist in Liz Leben endlich Ruhe eingekehrt. Rund um die Uhr mit ihren kleinen Patienten beschäftigt, bleibt der Kinder- und Jugendpsychologin wenig Zeit, an ihre eigenen Probleme zu denken. Ein Zustand, der sich plötzlich ändert, als ein entlassener Raubmörder in die Nachbarschaft zieht. Zwar lässt sich Liz nicht auf die Panik der anderen Bewohner ein. Aber merkwürdige Vorkommnisse führen dazu, dass ihr schon bald das eigene Leben zu entgleiten droht. Mal ist es ein anonymer Brief, der sie unsicher werden lässt. Ein anderes Mal sind es Dinge in ihrem Haus, die plötzlich woanders stehen. Doch so richtig schlimm wird es erst, als ein Freund ihres Vaters ermordet wird und das Trauma ihrer Kindheit von vorn beginnt.

„Was du nicht siehst“ ist ein fesselnder Psychothriller, der geschickt mit den Ängsten seiner Hauptfigur spielt. Angefangen mit den Panikattacken als Kind, über die zunehmende Verwirrtheit in der Gegenwart, bis hin zu erneut auftretenden Angstzuständen, erlebt der Leser die beunruhigenden Gefühle der Kinder-und Jugendpsychologin Liz hautnah mit. Dabei ist es egal, ob Angst einflößende Nachtfalter durch ihr Zimmer fliegen oder seltsame Dinge in ihrem Haus geschehen. Die Beschreibung der Vorfälle erfolgt dermaßen detailliert und lebensecht, dass der Leser gar nicht anders kann, als mit Liz gemeinsam zu leiden und zu hoffen, dass alles ein gutes Ende nimmt.

Erzählt wird das dramatische Geschehen, dessen Ausgang bis zum Schluss hin offenbleibt in zwei Zeitebenen, die abwechselnd zum Tragen kommen. So erhält der Leser Einblick in die Vergangenheit, in der ein kleines Mädchen namens Elisabeth ohne die Liebe ihrer schwer kranken Mutter aufwachsen muss, während der Vater wenig Verständnis für ihre Probleme zeigt. Und verfolgt gespannt die Gegenwart, wo die inzwischen erwachsene Liz als Kinder- und Jugendpsychologin praktiziert und unverhofft in den Fokus eines Psychopathen gerät. Ein wendungsreiches Geschehen, das seine Spannung aus einer Vielzahl an Angst einflößenden Begebenheiten zieht und aus Figuren, die genauso unberechenbar und undurchsichtig sind, wie der gesamte Handlungsverlauf.

Fazit:
"Was du nicht siehst" ist ein atmosphärischer und emotional ansprechender Psychothriller, der Gänsehaut beschert und dazu spannend und wendungsreich in Erscheinung tritt.

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